Punktreibschweißen

Punktgenaue Stabilität

1999 entwickelte Christoph Schilling mit dem Punktreibschweißen ein bahnbrechendes Fügeverfahren. Denn endlich war es möglich, überlappende Verbindungen punktförmig herzustellen, ohne dabei zusätzliches Material wie Niete verwenden zu müssen.
Die auf diese Weise hergestellten Verbindungen sind stoffschlüssig und reproduzierbar.

Das Punktreibschweißen lässt sich nahtlos in bestehende Konstruktionen und Produktionsabläufe integrieren und ist auf dem besten Weg, sich zu einer Schlüsseltechnologie des mordernen Fahrzeugbaus zu entwickeln. Ein entscheidender Vorteil des Verfahrens ist seine Vielseitigkeit: So können mittlerweile Blechstärken zwischen 0,2 und 8 Millimeter problemlos verarbeitet werden, der Durchmesser des Schweißpunktes liegt zwischen 5 und 11 Millimeter. Die Fügegeschwindigkeit ist mit etwa 1 Sekunde je Millimeter Einschweißtiefe absolut konkurrenzfähig, dabei ist die Verbindung sofort belastbar. Darüber hinaus kann der mechanische Prozess einfach automatisiert und überwacht werden.
Auch Mehrblechverbindungen sind leicht realisierbar.
Punktreibgeschweißte Verbindungen können im Vergleich zu anderen mechanischen Fügeverfahren bei gleichem Durchmesser deutlich größere Kräfte aufnehmen.

Und schließlich ist die neue Technologie wirtschaftlicher als traditionelle Fügeverfahren.
So können unterschiedliche Materialstärken ohne Werkzeugwechsel gefügt werden. Aufgrund des materialschonenden Verfahrens, das eine hohe Oberflächengüte gewährleistet, sind zudem höchstens minimale Nacharbeiten am Werkstück notwendig.
Die Verbindungsrückseite bleibt unbeeinträchtigt.
Insgesamt ist das Punktreibschweiß-Verfahren wegen der effizienten Energienutzung, der reduzierten Anzahl von Arbeitsschritten und des geringen Ausschusses ausgesprochen ökonomisch.

Und ebenso wie beim Rührreibschweißen kommt auch der ökologische Aspekt nicht zu kurz: Die zu fügenden Werkstoffe müssen nicht chemisch vorbehandelt werden; Strahlung, Lärm oder Schadstoffe werden nicht emittiert, und das Recycling ist dank fehlender Verbindungselemente aus andersartigen Stoffen problemlos möglich.